Neue Heimat – Objekte in Bremen (Neue Vahr), München (Neuperlach), Stade (Altländer Viertel) und viele weitere

Fehlende Einschätzungen zur Bevölkerungsentwicklung, unrealistische Vorstellungen über geeignete Wohnstrukturen, auf Gier und Vorteile der Wohnungsbaugesellschaft ausgerichtete Wachstumsziele und fehlende Kompetenz der Verwaltung und Politik in den betroffenen Kommunen führten erst zum unaufhörlichen Wachstum der gewerkschaftlichen Wohnungsbaugesellschaft „Neue Heimat“ zum größten Baukonzern Europas und dann zur spektakulären Insolvenz, verbunden mit dem Niedergang der Immobilien.

Sie hatten übersehen, dass der deutsche Wohnungsmarkt ab Mitte der 1970er gesättigt war und bauten jahrelang am Bedarf vorbei. Etliche ihrer gigantischen Siedlungsprojekte endeten als vergammelte soziale Brennpunkte, die später sogar abgerissen wurden. <span class="su-quote-cite"><a href="https://programm.ard.de/TV/daserste/korruption-und-wohnungsbau/eid_281062525119867" target="_blank">ARD-Sendung „Korruption und Wohnungsbau“ vom 14. Januar 2020</a></span>

 

Im Jahr 1990 lebten im Stadtteil südlich der Altländer Straße etwa 2500 Menschen, heute sind es rund 1600. Ursprünglich war geplant, dass im Altländer Viertel bis zu 8000 Menschen wohnen können. Genau in dieser Planung lag ein großer Fehler, sagt Stadtbaurat Schröder-Doms: “Das Quartier passt in seiner Gestaltung und Größe einfach nicht zu Stade.” Der Baustil und die Architektur aus der damaligen Zeit würden heute in Stade als Fremdkörper angesehen.<span class="su-quote-cite"><a href="https://www.abendblatt.de/region/stade/article107846878/Stades-Suendenfall.html" target="_blank">Lars Koch, „Stades Sündenfall“, Hamburger Abendblatt, 2. September 2009,</a></span>